Zulässige/unzulässige Abzüge bei der Rückabwicklung der Lebensversicherung

06.14.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Zulässige/unzulässige Abzüge bei der Rückabwicklung der Lebensversicherung

Das darf die Lebensversicherung abziehen


Rückkaufswert   Von den geleisteten Beiträgen darf die Versicherung einen bereits gezahlten Rückkaufswert abziehen, sofern der Versicherte den Vertrag bereits beendet hatte.


Risikoanteile   Der Versicherer darf die sogenannten Risikoanteile abziehen. Das sind die Kosten, die für den Versicherungsschutz anfallen, den Sie während der Laufzeit des Vertrags hatten. Das kann ein Todesfall- und ein Schutz bei Berufsunfähigkeit sein.
 

Steuern   Als Vermögensvorteil darf die Versicherung die abgeführte Kapitalertragssteuer nebst Solidaritätszuschlag als Vermögensvorteil gegenrechnen.
 

Fonds-Verluste   Versicherer darf bei einer fondsgebundenen Lebens-versicherung anrechnen, falls die Fonds Verluste erwirtschaftet haben (BGH, 11. November 2015, Az. ZR 513/14).   a.A. nur Fondsverluste im Bagatellbereich darf der Versicherer abziehen (LG Gießen, 14. März 2017, Az. 2 O 450/16, nicht rechtskräftig)
     
Das darf der Lebensversicherer nicht abziehen
 

Abschlusskosten   Abschlusskosten darf der Versicherer bei einem Widerspruch nicht abziehen (BGH, Urteil vom 29. Juli 2015, Az. IV ZR 448/14).
 

Verwaltungskosten   Verwaltungskosten muss der Versicherer erstatten (BGH, Urteil vom 29. Juli 2015, Az. IV ZR 448/14).
 

Ratenzahlungszuschlag   Auch ihn darf der Versicherer im Falle eines wirksamen Widerspruchs nicht auf den Kunden umlegen.

Kunden von Verishcerungen sehen sich somit einer komplexen Abrechnung gegenüber.

 



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